Presseerklärung zur Vereinsgründung

Aufgabe des Vereins ist eine ökologisch orientierte Verkehrspolitik zum Schutz der Menschen, der Umwelt und des Klimas in der Region Mainfranken. Die Position des Vereins wird dabei ständig aktualisiert. Die B26n steht den Zielen des Vereins entgegen, weil sie in Summe mehr Menschen be- statt entlastet, und die Umwelt und das Klima massiv belastet. Der Verein lehnt daher den Bau der B26n ab. Da die B26n Lösungen im Sinne des Vereins verhindert, koordiniert und fasst der Verein den Widerstand gegen den Bau der B26n in der Region zusammen. Der Verein tritt stattdessen konstruktiv für die Lösung von Verkehrsproblemen ein, die unsere Heimat lebenswert erhalten.

Dies soll, wie zuvor in der Bürgerinitiative, überparteilich und landkreisübergreifend geschehen. Alle Personen, Gruppen, Vereine und Verbände, aber auch Kommunen möchten wir integrieren und so eine kraftvolle und wirksame Bewegung schaffen.

Unser Ziel ist es, allen Bürgern, die direkt und indirekt vom Bau der B26n betroffen sind, Informationen an die Hand zu geben, damit sie nicht der sehr einseitigen Information von Politikern wie Herrn Alexander Hoffmann, Herrn Thorsten Schwab und Bürgermeistern wie Frau Anna Stolz oder Herrn Paul Kruck ausgeliefert sind.

Die Entscheidung des Bundestages, die B26n in den Bundesverkehrswegeplan 2030 erneut aufzunehmen war eine politische Entscheidung, die einer überholten Verkehrs- und Wirtschaftsideologie entspricht und die wesentliche Faktoren ignoriert, die unbestritten gegen den Bau dieser Straße sprechen. Dies wird sich auch im weiteren Planungsvorgehen erweisen. Politische Beschlüsse sind jedoch nicht unumkehrbar!

Eine Umkehr wird möglich, wenn die Bürger mit all ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln überzeugend dafür eintreten, dass sie eine andere Gestaltung der Zukunft erwarten. Angesichts der sich abzeichnenden Klimaveränderung trifft dies in besonderer Weise zu. Diese Überzeugungsarbeit will der Verein für unsere Region, aber auch darüber hinaus leisten!

Der nördliche Abschnitt der B26n ist zwar im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans, rein objektiv betrachtet, ist die B26n aber ein völlig unnötiges Vorhaben. Der immer so hoch gelobte Nutzen für die Region als bessere Anbindung an bestehende Autobahnen, ist nicht erkennbar, wirtschaftlicher Aufschwung nicht von der B26n abhängig. Dort, wo man den Anschluss erzwingen will, müssen neue, teure Zubringerstraßen gebaut werden, so z.B. für die Stadt Lohr, die mit dem verbesserten Anschluss an die A3 bei Altfeld bereits gut angebunden ist. In absehbarer Zukunft werden sich kaum noch produzierendes Großgewerbe in Hochlohnregionen niederlassen. Autobahnähnliche Straßen begünstigen eher die Verlagerung, da sie die Zulieferung in unsere Region von außen erleichtern. Sie bedrohen bestenfalls unser heimisches Mittelstandsgewerbe.

Die Tatsache, dass die Westumgehung Würzburgs keine Autobahn, sondern eine 2-/3-streifige Bundesstraße werden soll, ist ein besonderer Knackpunkt. Die B26n würde durch entsprechend einfachere Standards billiger werden. Die Zeche aber müssten dann die Anwohner bezahlen, weil beim Bau niedrigere Lärm- und Abstandsvorschriften einzuhalten sind, als bei einer Autobahn. Dennoch würde die B26n deutlich teurer werden als veranschlagt. D.h. der Kosten-Nutzeneffekt ist geringer als im Zuge der Planungen angesetzt. So könnten z.B. die Wassereinzugsgebiete der Quellen im Werntal nur mit sehr hohem Aufwand geschützt werden.

Der Flurschaden, der durch den Bau der B26n mitten in der sehr wertvollen fränkischen Landschaft entstehen würde, wäre riesig. Einige Beispiele, damit auch den Bürgern die Augen geöffnet werden, die immer noch denken, es betreffe sie nicht. Eine Brücke soll in der Nähe von Schönarts entstehen. Diese wird voraussichtlich ca. 80 m hoch und hätte weiträumigen Verkehrslärm zur Folge.

Mit dem südlichen Abschnitt würde das gleiche Schicksal auch das Maintal treffen, gerade an einer der schönsten Stellen bei Himmelstadt. Bestimmt für alle Anwohner und Touristen, die Karlstadt und Himmelstadt besuchen, ein optischer und akustischer Leckerbissen.

Der Schaden, der an Flora und Fauna entstehen würde, ist in keiner Weise zu rechtfertigen.

Viele Menschen würden statt an einem ruhigen Ortsrand am Rande einer Schnellstraße wohnen, hinter Lärmschutzwänden die Abgase einatmen und den Staub schlucken, beispielsweise in den Karlstadter Stadtteilen Heßlar, Stetten oder Eußenheim. Mit Bau des südlichen Abschnitts auch in Leinach, Waldbüttelbrunn und Hettstadt.
Sollte der Bau des südlichen Abschnitts zwischen Karlstadt und der A3 erst sehr viel später erfolgen, würde das gleiche Schicksal auch die Anwohner der bestehenden Straßen treffen, die den zusätzlichen, überregionalen Schwerlastverkehr über Jahrzehnte aufnehmen müssten. Z.B. auf der Strecke Karlstadt-Lohr in Wiesenfeld, Steinbach, Sendelbach, Rohrbach, Steinfeld, Waldzell, roden, Urspringen oder auch auf der Strecke Thüngen-Retzbach-Billingshausen-Birkenfeld-Karbach.

Wie unüberlegt, und rein taktischen Erwägungen folgend, die Teilung des Projekts in zwei Bauabschnitten ist, zeichnet sich allmählich in vielen Gemeinden des Landkreises Main-Spessart ab. Der Zeitraum zwischen den beiden Abschnitten könnte, käme es soweit, zu einem Verkehrschaos in weiten Teilen des Landkreises führen! Keine der vorhandenen Straßen könnte den Verkehr aufnehmen!

Politiker, die meinen, sie müssten sich mit diesem Projekt profilieren, z. B. Herrn Rützel oder Herrn Hoffmann, kann man nur eines sagen: Finger weg von Ressourcen, die nicht mehr zu ersetzen sind. Anderen wie Herrn Goldkuhle wäre es angeraten, nicht Halbwahrheiten zu verbreiten, in dem sie den Bürgern in Karlstadt vorgaukeln, sie wären nicht nachteilig von der B26n betroffen, sondern könnten nur deren Vorzüge genießen.

Politiker werden vom Volk gewählt. Jeder Bürger sollte sich gut überlegen, ob er seine Stimmen Politikern gibt, die mit überholten Vorstellungen immer noch irreversiblen Schaden anrichten wollen, statt die Zeichen der Zukunft zu erkennen und unseren Kindern eine lebens- und liebenswerte Heimat zu gestalten.

In Zeiten des Umdenkens und des weltweiten Klimawandels - die Auswirkungen spüren wir ja im Moment alle – wäre es eigentlich zuerst angetan, Autoverkehr zu begrenzen.

Straßenneubauten wie die B26n würden den Verkehr mehren, in diesem Fall erst in unsere Region ziehen und somit genau das Gegenteil bewirken. Wenn wir nicht bald aufwachen und aufhören, die Erde zu zerstören, werden unsere Kinder keine Zukunft mehr haben.

Lösungen für die regionalen Verkehrsprobleme, die in einer kleineren Dimension angesiedelt sind, müssen gefunden werden, sowohl als Gewährleistung der Anforderungen nach wirtschaftlichem Aufschwung und besserer Anbindung an das Fernstraßennetz, als auch und vor allem den Leidensdruck durch die Verkehrsbelastung von Ortschaften im Werntal, wie z. B. Stetten zu nehmen. Es gibt mehr als einen Weg, auch wenn er oft steiniger ist.

Unser Verein wird immer für Gespräche offen sein und versuchen, neue Perspektiven für das Wohl der Menschen und unserer Region aufzuzeigen