Bürgerinformation zum Thema "verkehrliche Entwicklung des Raums Lohr a.Main"

Der Raum Lohr würde durch die B26n zwischen Arnstein und Karlstadt mit wesentlich mehr Verkehr als heute belastet. Deshalb hatte Dr. Michael Fuchs vom staatl. Bauamt Würzburg in der Kreistagssitzung am 18.05.2018 angekündigt, dass er Überlegungen zu Verkehrslösungen im Raum Lohr vorstellen wird.

Nach Fertigstellung der B26n zwischen Arnstein und Karlstadt im Jahr 2030 würde sie auf Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte oder für immer, in Karlstadt enden. Die Prognosen des staatl. Bauamts zeigen für diesen Fall, dass sich der Schwerlastverkehr östlich von Karlstadt aus Richtung Arnstein dadurch fast verfünffacht (verglichen mit den Zahlen aus der Verkehrszählung 2015). Auch überregionaler Pkw-Verkehr würde massiv von der Autobahn A7 und A3 auf die B26n und anschließend auf das untergeordnete Straßennetz zwischen Karlstadt, Lohr und der A3 verlagert.

Insbesondere der überregionale Schwerlastverkehr zwischen Karlstadt und Lohr und dann weiter zur A3 würde mautfreie Staats- und Kreisstraßen nutzen oder die B26 über Rechtenbach. Ein Großteil der zusätzlich 1.100 LKWs pro Tag die Staatsstraße 2435 (Karlstadt - Wiesenfeld - Lohr). Mit der Ortsumfahrung Wiesenfeld hat die Stadt Karlstadt zumindest für Wiesenfeld Vorsorge getroffen.  Ortsumfahrungen für Hafenlohr und Neustadt werden darüber hinaus gegenwärtig durch das staatl. Bauamt geplant und realisiert.

Für andere Ortschaften (Steinbach, Lohr, Rohrbach Steinfeld, Hausen, Sendelbach, Waldzell, Ansbach, Urspringen, Roden, Rechtenbach, Hain, Laufach) fehlen Planungen. Eine Ortsumfahrung Steinfeld müsste der Landkreis finanzieren, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Dies wurde bereits im Kreistag besprochen.

Für den Bereich Lohr mit Steinbach und Sendelbach möchte Herr Dr. Fuchs vom Straßenbauamt am 28.06. in Lohr die Überlegungen des staatlichen Bauamts vorstellen. Mit Überlegungen sind wahrscheinlich neue Straßen wie eine MSP-Spange oder eine Buchenberg-Umfahrung auf Steinbacher Seite und am Sportplatz Sendelbach vorbei zu einer dritten Mainbrücke in Lohr auf Höhe OBI gemeint.

Wir dürfen gespannt sein, ob neben Ideen und Überlegungen auch handfeste Zusagen für Planung und Bau inkl. Jahr der Fertigstellung und Finanzierung gemacht werden. Gespannt dürfen wir auch auf die Aussagen von Herrn Staatssekretär Josef Zellmeier sein. Er wird ebenfalls anwesend sein. Sein Vorgänger als Staatssekretär für den Bereich Verkehr innerhalb der bayerischen Staatsregierung, Herr Eck, hatte im April 2017 versprochen, dass Lösungen für den Bereich Lohr realisiert werden, bevor die B26n zwischen Arnstein und Karlstadt verkehrswirksam fertiggestellt wird. 12 Monate später ist Herr Eck nicht mehr für den Bereich Verkehr zuständig.

In der Kreistagssitzung am 18.05.2018 hatte Dr. Fuchs für Rechtenbach die Aussage getroffen, dass eine Ortsumfahrung für Rechtenbach frühestens ab 2030 (im nächsten Bundesverkehrswegeplan) geplant wird. Wörtlich sagte er: "Der Bund muss wissen, dass es eine Gemeinde Rechtenbach gibt". Ob sich Bundespolitiker im Jahr 2030 um eine gestiegene Verkehrsbelastung in Rechtenbach durch eine B26n kümmern werden lassen wir hier einfach als Aussage von Dr. Fuchs im Raum stehen.

Lösungen für den Bereich Lohr von einer B26n abhängig zu machen muss man kritisch hinterfragen. Laut Verkehrszählung 2015 ist die Verkehrsbelastung auf der Staatsstraße 2435 bereits heute deutlich höher, als die Verkehrsbelastung im Werntal. Aus Sicht Entlastung, wäre also vorrangig die Lösung für den Bereich Lohr zu realisieren, auch ohne Bau der B26n.

Auch die Entlastung für das Werntal durch eine B26n sollte kritisch geprüft werden. Auf der heutigen B26a fahren pro Tag 3.298 Kfz, davon 190 LKW's. Zieht man den Quell- und Zielverkehr zwischen A7 und Arnstein ab, dürft sich die Entlastung für das Werntal durch eine Weiterführung von der B26a über eine B26n nach Karlstadt zwischen 1.500 und 2.000 Kfz pro Tag bewegen. Die Entlastung vom Schwerverkehr würde bei etwa 100 LKW's pro Tag für Arnstein liegen. Eigentlich recht wenig im Vergleich mit 1.100 LKWs pro Tag, die mit B26n zusätzlich im Raum zwischen Karlstadt, Lohr und der A3 unterwegs wären.

Ort: Stadthalle Lohr

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