Zur Pressemitteilung der Initiative Pro-B 26n nimmt der Verein Stellung

Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B26n e.V. , Günter Krönert (Duttenbrunn) verweist in seiner Stellungnahme darauf, dass es erst durch den massiven Einsatz der Bevölkerung im Rahmen des Raumordnungsverfahren gelungen sei, weitere Varianten zu erzwingen. „Hätte es den Widerstand gegen die autobahnähnliche Planung nicht gegeben, dann wäre alleine das Projekt einer autobahnartigen (vierspurig mit Standstreifen) Bundesstraße in der Planung. Aufgrund der vehementen Forderung nach einer menschen- und umweltgerechten Verkehrsplanung wurde überhaupt erst eine zweispurige Straße in Erwägung gezogen“, so Krönert.

Der Verein lehne jedoch eine Planung mit dem Ziel einer Verbindung der beiden Autobahnen A 7 und A 3, in welcher Form auch immer, entschieden ab. Erst wenn diese ursprüngliche Planung aufgegeben werde, könne man konstruktiv an der Verkehrsplanung mitarbeiten. Hinsichtlich der im Raum stehenden weiteren Varianten erklärte Krönert: „Wir kaufen doch nicht die Katze im Sack! Hinterher erklärt man uns dann, wir hätten zugestimmt, wenn am Ende doch die ursprüngliche Variante gebaut wird. Nur eine Variante ohne Verbindung A 3 – A 7 ist ein echter Kompromissvorschlag.“

In München beim Besuch des Vereins in der Obersten Baubehörde wurde die Auffassung vermittelt, dass ein erhebliches Abweichen von einem im Bundesverkehrswegplan (BVWP) eingestellten Projekt, das so weit fortgeschritten und das im BVWP schon bisher enthalten sei, nur schwerlich vorstellbar ist. Das bedeute laut Bürgerinitiative, dass von einer Trassenführung, wie im Fall der B 26n mit einer landesplanerischen Beurteilung bestätigt, nicht grundsätzlich abgewichen werden könne. Krönert: „Es gibt keine Verschiebung zum Beispiel bei der Fortführung ab Karlstadt in Richtung A 3. Es kann eben nicht einfach nach Westen Richtung Lohr / Marktheidenfeld anstatt nach Osten Richtung Helmstadt umgeplant werden.“ Deshalb plädieren die Autobahngegner klar für die Herausnahme aller Varianten der B 26n, um einen Konsens für bedarfsgerechte, menschen- und umweltverträgliche regionale Lösungen zu finden.

Selbst wenn die B 26n im BVWP bleibe, so vergingen nach Aussagen aller Fachleute mindestens noch 10 Jahre bis zum Baubeginn einer ersten Teilstrecke. Da in Unterfranken der Ausbau der A 3 und der A 7 vordringlich seien, wäre auch nicht damit zu rechnen, dass es eine frühere Finanzierung für das Projekt geben werde. Die B 26n sei mit einem prognostizierten Verkehrsaufkommen von 40.000 Fahrzeugen in den damaligen BVWP gekommen. Krönert fragt: „Sind diese 40.000 Fahrzeuge inzwischen einfach verschwunden, dass jetzt auf einmal eine durchgängige zweispurige Bundesstraße dafür ausreicht? Wenn das schon damals so gewesen ist, dann wurden die Zahlen nach oben und jetzt nach unten gerechnet.“ Er habe den Eindruck, man wolle hier die Bürger hinters Licht führen. Die Bürgerinitiative mit 2.500 Mitglieder, 20 Mitgliedsgemeinden und 30 Körperschaften des öffentlichen Rechts, werde jedoch nicht einer Teillösung wie eine zweispurige Straße von der A 7 nach Karlstadt zustimmen, wenn diese letztendlich nur ein erster Schritt auf dem Weg zur abgelehnten B 26n sei.

Krönert erinnerte daran, dass nach Aussagen aller Fachleute ein akzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis, welches für die Aufnahme in den BVWP nötig ist, nur durch eine durchgängige Straße erreicht werden könne. „Wenn das so ist, dann wird diese auch irgendwann gebaut.“ Der Bund würde sich daher – bei der Vielzahl von gemeldeten Projekten, aus Bayern etwa 400 – selbst „betrügen“, würde er die Baumaßnahme B 26n nur bis Karlstadt umsetzen. Gerade die Autobahnbefürworter hatten immer betont, dass, die B 26n nicht in Karlstadt enden darf und durch gebaut werden muss. Es sei daher beim besten Willen nicht vorstellbar, dass der Bund hier eine Planung im BVWP belässt, bei dem im Vorhinein festgelegt ist, dass der zweite Bauabschnitt nie gebaut wird. Es wird immer das Ziel sein die B 26n zur Verkehrswirksamkeit zu bringen, also in Folge auch von der A 7 bis zur A 3 durch zubauen.

Armin Beck, Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative aus Karlstadt appellierte an die B 26n Befürworter endlich an einer menschen- und umweltverträglichen Lösung mitzuarbeiten. Die Befürworter der B 26n müssten endlich erkennen, dass die von ihnen geforderte Entlastung des Werntals nicht auf Kosten Anderer erkauft werden können. An der geplanten Trasse würde eine Vielzahl von Orten mit dem Lärm und der Luftverschmutzung durch 40.000 Fahrzeugen am Tag belastet. Dies beträfe im Landkreis Main-Spessart Heßlar, Karlstadt, Laudenbach, Himmelstadt, Duttenbrunn und Billigshausen. Zudem sei eine starke Zunahme des Durchgangsverkehrs in den genannten Orten zu befürchten.

Beck erinnerte daran, dass die Planungen zur B 26n seit Jahren mit ständigen Verzögerungen und unhaltbaren Versprechungen zum Fertigstellungstermin betrieben werden. „Wer diesen Holz- oder besser Betonweg unbeirrt weiter verfolgt wird noch in Jahrzehnten mit leeren Händen dastehen“, prognostiziert Beck

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