Straßenbauamt nimmt zu Einwendungen der BI Stellung
Bürgerinitiative gegen die B26n sieht zentrale Probleme ungelöst
Im November 2021 brachte die Bürgerinitiative ‚Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg (B26n) e.V.‘ Einwendungen gegen das Planfeststellungsverfahren zum ersten Bauabschnitt der B26n vor. Nun liegt die Stellungnahme des Staatlichen Bauamts Würzburg vor. Die Bürgerinitiative „Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg (B26n) e.V.“ sieht sich durch die Stellungnahme des Staatlichen Bauamts Würzburg in ihren wesentlichen Einwendungen bestätigt. Nach einer ersten Sichtung der Erwiderung bleiben zentrale Zweifel an der Notwendigkeit des ersten Bauabschnitts, an den tatsächlichen Verkehrswirkungen sowie an den Folgen für Mensch, Natur und Klima bestehen.
Sonja Stahl, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative: „Das Staatliche Bauamt hat die entscheidende Frage nicht überzeugend geklärt: Passt ein jahrzehntealtes Projekt noch zu den heutigen verkehrlichen Rahmenbedingungen sowie zu den lokalen und globalen Herausforderungen für Natur, Umwelt und Klima?“
Stahl, die auch 2. Bürgermeisterin von Steinfeld ist. „Die geänderte Verkehrsführung in Arnstein, der Ausbau der A 7 und A 3, die Fledermauspopulation in Heßlar, die verschärfte Grundwassersituation in Mainfranken zeigen, dass das Projekt B26n eine Neubewertung erfordert.“
Die stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative, Hettstadts Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher, zeigt sich besorgt und kritisch gegenüber der isolierten Betrachtung des ersten Bauabschnitts: „Unabhängig von der Notwendigkeit einer Ortsumgehung für Arnstein bringt jeder Bauabschnitt zusätzlichen Verkehr in die Region bis in den Landkreis Würzburg.“
Eine B26n, die nach den Aussagen des Staatlichen Bauamts auch hinter Arnstein enden könnte, würde nach ihrer Einschätzung zu einer deutlichen Verkehrsverlagerung in das Werntal, die Orte westlich von Karlstadt und den westlichen Landkreis Würzburg führen.
„Der Schutz der Menschen darf nicht an der Stadtgrenze Arnsteins enden. Alle betroffenen Kommunen müssen gleichermaßen berücksichtigt werden“, betont Rothenbucher, die auch Kreisrätin im Landkreis Würzburg ist
Neben den Auswirkungen auf die Menschen verweist die Bürgerinitiative auf die weiterhin offenen Fragen beim Natur- und Artenschutz. Das Staatliche Bauamt zeigt die Betroffenheit zahlreicher geschützter Arten, darunter Fledermäuse, Haselmaus, Feldlerche, Rebhuhn und Wiesenweihe. In Summe werden im 1. Bauabschnitt rund 25 Hektar Boden versiegelt und insgesamt 66 Hektar dauerhafte in Anspruch genommen.
„Lebensräume für Pflanzen und Tiere gehen verloren oder werden beeinträchtigt
, wertvollen Ackerflächen werden zubetoniert oder für Begleitflächen in Anspruch genommen. Wer in Zeiten von Artenschwund, Trinkwasserknappheit und Klimawandel das Projekt B26n verfolgt, betreibt Realitätsverweigerung“ betont der stellv. Vorsitzende der Bürgerinitiative Armin Beck.
„Die Stellungnahme des Staatlichen Bauamts bestätigt vor allem eines: Die Eingriffe sind erheblich, die offenen Fragen zahlreich und die angeblichen Vorteile fraglich. Die B26n bringt mehr Verkehr in die Region. Die Stellungnahme des Staatlichen Bauamts bestärkt uns in unserem Engagement gegen den Neubau der B26n. Die B26n schafft mehr Probleme, als Sie löst, mehr noch, die B26n ist eine Bedrohung für unsere Heimat.“ so Stahl.
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