Spaziergang im Buchental: Ein starkes Zeichen gegen die „Heimatzerstörung“ durch die B26n
Am Sonntag, den 11. Januar 2025 versammelten sich fast 120 Gegner des Straßenbauprojekts B26n zu einem gemeinsamen Spaziergang durch das verschneite Buchental. Bei strahlendem Sonnenschein machten die Teilnehmer deutlich, dass sie die Zerstörung dieser einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft nicht tatenlos hinnehmen werden.
Unter der Leitung von Frau Dr. Sonja Stahl führte die Route von der Kaspar-Leyser-Schutzhütte zum Buchenhof. Dabei wurde der enorme ökologische Wert des Gebiets „Kohlplatte“ hervorgehoben. Laut Stahl umfasst das Areal rund 70 Hektar alten Eichen- und Hainbuchenwald sowie wertvolle Totholzstrukturen, die als Lebensraum für Vögel und Insekten dienen. Im Buchental konnten 16 Fledermausarten nachgewiesen werden, von denen 10 auf der Roten Liste stehen. Auch der inzwischen selten gewordene Salamander und Erdkröten sind hier beheimatet. Die artenreichen Wiesen sind nach der FFH-Richtlinie besonders geschützt und beherbergen Pflanzen wie das Breitblättrige Knabenkraut oder die Schwarze Teufelskralle.
Eine Verwirklichung der B26n und der sogenannten „MSP-Spange“ würde diese wertvolle Natur durch Asphaltierung, Lärm und Abgase unwiederbringlich zerschneiden.
Das „Fass ohne Boden“: Explodierende Kosten und fehlende Mittel
Neben den dramatischen ökologischen Folgen wurden am Zielpunkt, der Wiese unterhalb des Buchenhofes, auch die massiven finanziellen Bedenken von Frau Dr. Stahl thematisiert:
Für den ersten 16 km langen Abschnitt von Arnstein nach Karlstadt werden mittlerweile Kosten von 470 Millionen Euro veranschlagt – das entspricht etwa 29 Millionen Euro pro Kilometer. Im Bundeshaushalt 2026 wurden keine Gelder für die B26n eingestellt. Dennoch treibt das Bauamt die Planungen mit „Hochdruck“ voran, was in krassem Widerspruch zur finanziellen Realität steht. Für den geplanten Zubringer durch das Buchental liegen laut Bauamt noch keine seriösen Kostenschätzungen vor, da sich das Projekt noch in der Voruntersuchung befindet.
Die BI warnt davor, dass die neue Trasse den Schwerverkehr erst recht in den Landkreis ziehen würde. „Lohr wird das neue Arnstein“, so die Befürchtung von Stahl, da Fahrzeuge von der B26n direkt nach Lohr geleitet würden. Zudem gefährden die Planungen wichtige Grundwasservorkommen und historische Kulturgüter wie Hügelgräber aus der Eisen- und Bronzezeit.
Unsere Forderungen:
Wir setzen uns gemeinsam für eine Verkehrspolitik ein, die Mensch, Natur und Klimaschutz priorisiert. Wir fordern daher:
1. Das unverzügliche Ende aller Planungen für die B26n und den Zubringer Lohr.
2. Die Streichung des Gesamtprojekts aus dem Bundesverkehrswegeplan.
3. Die Umleitung der freiwerdenden Kapazitäten in den öffentlichen Nahverkehr, die Sanierung bestehender Brücken und nachhaltige Mobilitätsalternativen.
Zum Ausklang der gelungenen Veranstaltung wurden dann von Sonja Stahl noch Aktive für ihre früheren Funktionen im Verein geehrt: Günther Koser als 1. Vorsitzender, Reinhard Rauch als Schriftführer und Norbert Gehrig als Besitzer und ehemaliger Beirat.
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