Planungen zur B26n bei Karlstadt im Stadtrat vorgestellt

Planungen zur B26n bei Karlstadt im Stadtrat vorgestellt - für die einen eine Katastrophe, andere werden fuchsteufelswild

Bereits ab 18:30 Uhr fanden sich erste Interessierte am Info-Stand der Bürgerinitiative gegen die B26n vor dem Karlstadter Rathaus ein, um das Kartenmaterial zu studieren.  Ab 19:00 Uhr berichtete Dr. Michael Fuchs vom Staatlichen Bauamt zur B26n rund um Karlstadt.

Herr Dr. Fuchs erläuterte die Erstellung und Fortschreibung von Verkehrsprognosen, die Aufteilung in Planungs- und Bauabschnitte, die Versuche Verkehrslösungen für Main-Spessart zu finden, die Planungen rund um Arnstein und Lohr, bevor er endlich auf den Punkt kam und die Auswirkungen der B26n auf die Kernstadt und die Stadtteile von Karlstadt vorstellte.

Mehrbelastungen in der Arnsteiner Straße, auf der Karolingerbrücke, in Rohrbach, Mühlbach und Stadelhofen (Vergleichsbasis: letzte offizielle Verkehrszählung der bayr. Staatsregierung aus 2015 unter baysis.bayern.de)
Durch den Bau der B26n würde sich der Verkehr in der Arnsteiner Straße mehr als verdoppeln.
Auf der Karolingerbrücke bei Karlburg sagen die Prognosen eine Erhöhung um 8.000 Kfz pro Tag voraus, was fast einer Verdreifachung der Verkehrsbelastung entspricht. Der LKW Anteil wird dabei noch stärker zunehmen. Um ca 1.600 LKWs pro Tag. Das entspricht in etwa einer Verfünffachung des Schwerlastverkehrs.
Auf dem neuen Zubringer hinter dem Saupurzel werden 8.300 Kfz pro Tag prognostiziert, bei einem Schwerlastanteil von 1.900 LKWs pro Tag. Verkehrserhöhungen wurden außerdem für Rohrbach (+2.600 Kfz pro Tag) und auf der Strecke von Mühlbach nach Stadelhofen (+300) vorausgesagt.
Dazu resümiert Dr. Fuchs, dass nun die Probleme einer B26n in Karlstadt erkannt seien und man jetzt versuchen müsste, in Zusammenarbeit mit der Stadt, Lösungen zu finden.

Stadtrat uneins in der Bewertung - Arbeitsgruppe soll es richten
Völlig unterschiedlich fiel die Bewertung der einzelnen Stadtratsfraktionen aus. Armin Beck (Grüne), der auch stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative ist, betonte einmal mehr: „Für Karlstadt gibt es keine gute Lösung mit B26n“. Er forderte vom Staatlichen Bauamt Transparenz, frühzeitige Bürgerbeteiligung und den Zugang zu Informationen, wie vom Bundesverkehrsministerium bei der Erstellung des Bundesverkehrswegeplans versprochen. Er wies auch darauf hin, dass die jetzige Planung dem Planfall A2 aus dem Jahr 2011 entspricht, der damals als nicht tauglich verworfen wurde. Es sei nicht plausibel, dass diese Variante 7 Jahre später nun eine Lösung sein soll.

Sebastian Kunz (FW) brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die „Arbeitsgruppe B26n“ im Stadtrat bei ihren Beratungen Lösungsansätze für die Schwachstellen der Planungen finden könnte.

Joachim Stadtmüller (SPD) und Manfred Goldkuhle (CSU) empfanden vor allem den Mehrverkehr in der Arnsteiner Straße als „Katastrophe“, die beide gerne durch den Weiterbau der Straße gelöst sehen wollen, was, wie Horst Wittstadt (Grüne) einwarf, den Verkehr über eine Mainbrücke nur weiter Richtung Laudenbach und Himmelstadt verschiebe. Fuchsteufelswild mache ihn außerdem, dass das Naherholungsgebiet „Saupurzel“ durch den Zubringer zerstört würde.
Gerhard Kraft( Grüne) betonte: „Die B26n wirft Probleme auf, die wir ohne diese Straße gar nicht hätten“ und führte weiter aus, die Planungen seien nicht durchdacht und kein Verkehrskonzept für Main-Spessart, sondern unverantwortlich

B26n bringt massiv Schwerlastverkehr nach Karlstadt - BI will gemeinsam mit Bevölkerung weiter gegen die B26n kämpfen
Die Vertreter der Ortsgruppe der B26n waren sich abschließend darüber einig, dass der Bau der geplanten B26n bis Karlstadt keineswegs sicher und immer noch zu stoppen ist. „Die drängendsten Verkehrsprobleme in Main-Spessart wären durch schnelle, kostengünstige Lösungen wie LKW-Fahrverbote am besten zu lösen“ ist sich Reinhard Rauch, Schriftführer der Bürgerinitiative sicher und Katharina Vautrin-Hofmann ergänzt „Die Karlstadter müssen endlich begreifen, dass Menschen und Natur in und um Karlstadt durch die B26n nur verlieren können, und aktiv werden.“

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