Hände weg von unseren Wohngebieten

Abb.1: 3 Varianten der MSP-Spange

Die B26n würde Gemeinden im Werntal entlasten. Doch die B26n würde zusätzlichen Transitverkehr in den Landkreis Main-Spessart hineinführen und so andere Orte belasten. Ursache sind die Abkürzungsrouten (siehe Abbildung 2) zwischen der A7 und der A3, die durch die B26n entstehen oder noch attraktiver für den Schwerlastverkehr würden.

Deshalb hat der damals noch für Verkehr zuständige bay. Staatssekretär Eck auf einer Bürgerversammlung im Juni 2017 in Lohr den Steinbachern versprochen, eine Umfahrung für Steinbach würde zeitgleich zur B26n zwischen Arnstein und Karlstadt (Bauabschnitte 1+2 der B26n) fertiggestellt.
Seitdem untersuchen Straßenplaner am staatlichen Bauamt Würzburg mehrere Varianten für diese neue Straße, die Bauabschnitt 3 der B26n oder auch MSP-Spange genannt wird. In der Abbildung 1 sind drei Varianten der MSP-Spange als dünne rote Striche zwischen der Ortsumfahrung Wiesenfeld (dicke rote Linie oben rechts im Bild) und dem Zubringer Lohr (dicke rote Linie links unten) sichtbar. Für die drei Varianten der MSP-Spange würde die bestehenden Straße zwischen Wiesenfeld und Hausen oder Wiesenfeld und Erlenbach ausgebaut (gelbe Linien) und dann eine neue Straße durchs Buchental bis zum geplanten Zubringer Lohr gebaut.

Jede der drei Varianten der MSP-Spange würde zwischen Hausen und Erlenbach ca 6 Hektar Äcker und Wald verbrauchen und den Erlenbachern und Hausenern würde eine Straße mit ca 9.600 Fahrzeugen pro Tag, davon ca 700 LKWs, durch die noch ruhige Landschaft, in Sicht- und Hörweite vor ihre Haustür gebaut.

Von den Plänen der neuen Straße und dem Verkehrslärm zeigten sich Anwohner aus Erlenbach, Rettersbach und Hausen im Juli 2020 wenig erfreut, als Eugen Köhler, der Bezirksgeschäftsführer des Bauernverbandes und CSU-Stadtrat von Karlstadt versucht hat, sie davon zu überzeugen, dass sie gemeinsam nur noch den besten Verlauf der neuen Straße ausloten sollten. Im Auftrag des Bauernverbandes und unterstützt vom BBV-Obmann Reinhard Wolz war Eugen Köhler in Erlenbach vor Ort.

Deshalb wollten fast die kompletten CSU-Stadträte von Karlstadt, angeführt von Theo Dittmeier, Ende August 2020 nur mit einigen "willigen" Erlenbachern reden. Der Schuss ging allerdings nach hinten los. Es waren wieder ca. 30 betroffene Anwohner anwesend und sie haben sich nicht auseinander dividieren lassen. Ihre Ablehnung war auch diesmal deutlich.
Fast alle Anwesenden haben nach der CSU-Veranstaltung auf einer Liste unterschrieben, die am 03.09.20 in einer Bürgersprechstunde an den Karlstadter Bürgermeister Hombach und per Email an das staatliche Bauamt übergeben wurde. Das Schreiben (ohne die Unterschriften) an Bgm Hombach und das staatl. Bauamt ist hier zu finden.

Und nicht nur in Erlenbach, Hausen oder Rettersbach würden Anwohner durch neuen Transitverkehr einer B26n belastet. Auch für Neustadt am Main plant man deshalb eine Umgehung. Birkenfeld und Billingshausen fordern ebenfalls Maßnahmen gegen den vorhandenen und befürchteten Mehrverkehr. Für beide Gemeinden wurde bereits im Raumordnungsverfahren zur B26n Mehrverkehr prognostiziert und Maßnahmen gefordert (S. 54, Landesplanerische Beurteilung der Regierung v. Ufr). Rechtenbach und die Lohrtalgemeinden an der B276 müssten ebenfalls mit Mehrverkehr rechnen. Für diese Gemeinden gibt es aufgrund der Tallagen jedoch keine Versprechen für Umgehungsstraßen.

Macht es Sinn Naturzerstörung durch eine B26n mit einer Entlastung im Werntal zu begründen, wenn die B26n gleichzeitig andernorts belasten würde?
Für uns von der BI eindeutig Nein! Für das Werntal gibt es andere Entlastungsmöglichkeiten: z.B. Transitverkehr auf bestehenden Autobahnen bündeln, Schwenk-Transporte zum Teil auf Schiene oder Main verlagern und Individualverkehr im Werntal durch einen vernünftigen ÖPNV reduzieren. Das würde das Werntal und wahrscheinlich auch Birkenfeld und Billingshausen entlasten, ohne woanders zu belasten.

Deshalb stehen wir für ein vernünftiges Verkehrskonzept und nicht nur einfallslose und gestrige Straßenbaupolitik.

Die Abbildung 2 zeigt Beispiele für Abkürzungsrouten, die sich mit die B26n ergeben und Anwohner belasten

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