Hände weg vom Buchental!

Große Ströme, weite Täler-
aber jenes ist mein Tal,
wo die alten Mühlen gingen,
wo wir kleine Fische fingen,
in dem Bache blank und schmal.

Menschenscharen, kluge Leute,-
aber jener war mein Freund.
Mit ihm hing ich an der Kelter.
Mit ihm bin ich durch die Felder,
durch den tiefen Wald gestreunt.

Stolze Städte, hohe Häuser,-
aber jenes ist mein Haus,
wo ich durch die Scheiben spähte,
sah, wie Vater drüben mähte,
wo ich hüpfte ein und aus.

Vieles Andre, Neue, Schöne
im erwanderten Bereich
will ich gern dem Dasein danken,
Aber jener Fleck in Franken
macht das Herz mir warm und reich.


Hermann Sendelbach. *08.04.1894 in Erlenbach, †12.06.1971 in Schliersee.
Beruf: Schriftsteller, Lehrer.
Der Dichter Hermann Sendelbach vergaß nie seine Heimat Erlenbach.

Man kann sich gut vorstellen, wie Hermann Sendelbach mit dem Gedicht das Buchental, den Weg von Erlenbach durch den Wald dahin und Erlenbach selbst und die Leute dort beschreibt. Das Buchental mit mehreren Mühlen führt von Hausen, vorbei am Kloster Maria Buchen bis nach Steinbach bis zum Main. Es kann über den Buchentalweg gut erwandert und erlebt werden.

Wenn es nach dem Willen der Straßenplaner ginge, dann würde das Buchental etwa 2 km nach Hausen, zwischen Ober-(Schucks)- und Mittel-(Stumpfs-) Mühle, mit einen Damm und einer neuen Straße durchschnitten. Bauabschnitt 3 der B26n oder auch MSP-Spange genannt, soll die Ortsumgehung von Wiesenfeld mit dem zukünftigen Zubringer Lohr der B26n verbinden. Auf ihr würden dann jeden Tag fast 9.600 Kfz, davon ca 700 LKWs, durchs Buchental fahren.

Die B26n wurde vor fast 50 Jahren von Straßenbauern erfunden, um die Autobahnen A7 und A3 zusätzlich zu verbinden. In einer Zeit als neue Straßen noch als notwendig erachtet und mit Wirtschaftsförderung gleichgesetzt wurden. Heute weiß man dass wir bereits genügend Straßen in der Region haben. Diese in gutem Zustand zu halten, wäre wichtiger, als neue zu bauen. Investitionen in digitale Bildung, digitale Infrastruktur und Dienste wären für die wirtschaftliche Zukunft sinnvoller, als eine B26n. Als Entlastung von Würzburg taugt die B26n in der stadtfernen Variante schon lange nicht mehr. Berechnet weniger als 2% Entlastung für Würzburg wären nicht nachweisbar.

Wir wissen heute auch, dass wir nicht mehr viele solcher Täler haben, wie das Buchental. Warum dieses also durchschneiden, im Oberlauf zerstören und mit mehr Transitverkehr verlärmen?
Die Entlastung vom Werntal mit der B26n ist der letzte valide, aber trotzdem vorgeschobene Grund der B26n-Befürworter. In Summe würde die B26n auch viele andere Gemeinden mit Mehrverkehr belasten. Und für eine Verkehrsentlastung im Werntal gibt es Alternativen zu einer B26n. Unterm Strich rechtfertigt also nichts mehr den Straßenneubau B26n durch das Buchental.

Hier noch einige Bilder zwischen Hausen und Erlenbach und dem Buchental zwischen Ober- und Mittelmühle. Dort wo eine MSP-Spange verlaufen könnte.

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