Dr. Werner Reh vom BUND referierte in Duttenbrunn

Der Widerstand lohnt sich und muss aufrecht erhalten werden.

Auf Einladung der Ortsgruppe Duttenbrunn des Vereins Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B 26n e.V. referierte am vergangenen Freitag der Ressortleiter Verkehr beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) aus Berlin, Dr. Werner Reh, im voll besetzten Haus der Bürger. Thema war „Der neue Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015: aktueller Stand, Möglichkeit der Einflussnahme, Aufzeigen von Alternativen.“ Der Ortsgruppenvorsitzende Norbert Gehrig begrüßte die anwesenden Gäste und der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Günter Krönert, führte kurz ins Thema ein.

Fachvortrag von Dr. Werner Reh
Dr. Reh stellte die neuen Kriterien für die Fortschreibung des BVWP 2015 vor und erläuterte die Konsequenzen. Nachdem die B 26n schon im Jahr 2003 nur mit Ach und Krach in den BVWP aufgenommen wurde sei auf Grund der verschärften Kriterien, vor allem bei Kosten-Nutzenverhältnis, ein Herausfallen der B 26n nicht auszuschließen. Da die Arbeitsplatzeffekte von Straßenbauprojekten sowieso kaum messbar seien, ist dieses Kriterium bei der Neubewertung ersatzlos gestrichen worden. Er bekräftigte, dass alle Projekte erneut auf den Prüfstand kommen und machte so den Autobahngegnern Hoffnung.

Am Beispiel der A 46 in Nordrhein-Westfalen zeigt er auf, wie zukünftig die Lösung von Verkehrsproblemen erfolgen könnte. Dort habe der Landesverkehrsminister zu einem runden Tisch eingeladen, um für das hochumstrittene Projekt A 46 möglihchst weitreichende, einvernehmliche Lösungen zu finden. Die Folge war ein Verwerfen der ursprünglichen Planung und die Erstellung einer regionalen Netzlösung, die am tatsächlichen örtlichen Bedarf orientiert ist. Dabei wurde genau analysiert, welche Straßen notwendig sind um für alle Beteiligten zeitnahe und finanzierbare Maßnahmen jenseits einer Autobahn zu finden.

Dr. Werner Reh vom BUND
Großes Interesse im Haus der Bürger
Bayern allein habe etwa 400 Straßenbauprojekte angemeldet. Bei der heutigen Finanzierung des BVWP bedeutet das eine Umsetzung nur der bayerischen Projekte innerhalb von zirka 160 Jahren. Insgesamt seien von den 16 Bundesländern beinahe 1600 Verkehrsprojekte gemeldet worden. Der jährliche Unterhalt der vorhandenen Straßen wird in verschiedenen Gutachten auf Summen zwischen vier und sieben Milliarden Euro beziffert. Lediglich bis zu 2 Milliarden stünden dafür bisher bereit. Es müsse klar sein, dass Unterhalt vor Neubau gehe, sonst sei das Straßennetz nicht mehr verkehrssicher aufrecht zu erhalten.

Dr. Reh ermunterte die Autobahngegner nicht nachzulassen und immer wieder darauf zu drängen, dass es Alternativen zur B 26n gibt. Eine davon sei der Ausbau von A 3 und A 7 in Unterfranken.

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