Bericht von der Mitgliederversammlung in Duttenbrunn

Bericht von der Informationsveranstaltung am 21.09.2018 in Duttenbrunn
„Die B26n ist für die Region völlig nutzlos - ja sogar schädlich, weil sie massiv Transitverkehr in die Region zieht und mehr als 200 ha unserer Heimat zerstört.“. Diese Feststellung und mögliche Aktionspunkte gegen den Bau der B26n wurden von den anwesenden BürgermeisterInnen, Beiräten und Mitgliedern des Vereins diskutiert.
Die Verkehrszahlen auf der A71 liegen bei 50-70% der ursprünglichen Prognosen. A7 und A3 reichen sechsspurig ausgebaut als Transitverbindung um Würzburg völlig aus.
Auch ohne B26n herrscht annähernd Vollbeschäftigung in der Region.
Eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in der Region wird durch die B26n nicht erreicht. Im Gegenteil, wichtige Verkehrsachsen würden vom zusätzlichen LKW-Transitverkehr, den die B26n anzieht, überlastet und damit für die heimische Wirtschaft und Bevölkerung schlechter nutzbar, so z.B. die Staatsstraße 2435 Karlstadt - Lohr oder die B26 von Lohr nach Aschaffenburg.

Das Argument, der erste Abschnitt der B26n von der A7 bis Karlstadt solle das Werntal entlasten ist lediglich vorgeschoben, um mit dem Bau möglichst schnell zu beginnen. Die politischen Befürworter, allen voran Staatssekretär Herr Eck und der MdL Herr Schwab von der CSU, betreiben „Spatenstichpolitik“. Aus Fehlern der Vergangenheit wurde nichts gelernt. Der Entlastung im Werntal stehen Belastungen zwischen Karlstadt und der A3 gegenüber. Die B26n belastet in Summe mehr, als sie entlastet. Gerade auch, weil sie für lange Zeit in Karlstadt enden würde.
Die Bürgerinitiative setzt deshalb weiterhin alles daran den ersten Bauabschnitt um Arnstein zu verhindern.

Folgende Maßnahmen wurden beschlossen, um die ablehnende Haltung zu stärken.

  • Die Transparente gegen die B26n werden - wo nötig - erneuert und neue Transparente aufgestellt. Der Verein übernimmt die Kosten des Drucks. Beiräte und Mitglieder können ab sofort Bestellungen bei Katharina Vautrin-Hofmann (k.vautrin-hofmann@b26n.org) abgeben.
  • Aufkleber gegen die B26n können bei Katharina Vautrin-Hofmann in Karlstadt oder bei Reinhard Rauch (r.rauch@b26n.org) in Rohrbach bestellt und abgeholt werden.
  • Katharina Vautrin-Hofmann erstellt Pressemitteilungen für die Mitteilungsblätter der Gemeinden und gibt diese an die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden zur Freigabe und Veröffentlichung.
  • Aktionen in den Gemeinden durch die Mitglieder und Beiräte sollen Zeichen gegen die B26n setzen. Ein Vorschlag war eine Hecken- und Baum- Pflanzaktionen an geeigneten Stellen entlang der geplanten Trasse.
  • Die Vorstandschaft geht aktiv auf die Allianzen und ILE‘s der Mitgliedsgemeinden zu, um in Sitzungsterminen zur B26n zu informieren.
  • Die Vorstandschaft nimmt Gespräche mit dem Bauernverband auf.
  • Die Vorstandschaft nimmt Gespräche mit dem Landrat des Landkreises MSP auf und klärt wie ein Verkehrskonzept für die Region erreicht werden kann.

 

Gründungsmitglied Norbert Gehrig, Beirat der Bürgerinitiative, verdeutlichte in seinem Rückblick der besonderen Art die Konzeptlosigkeit der B26n. Anhand von Darstellungen und Auszügen aus älteren Publikationen der Straßenplaner stellte er wechselnde Planungsziele und Verkehrsprognosen dar. Mit Hinweis auf ein Gutachten aus dem Jahr 2011 kam er zu dem Schluss: „Damals stellten die Straßenbauer fest, dass die B26n dann überflüssig wird, wenn die A7 6-spurig ausgebaut wird. Der 6-spurige Ausbau der A7 ist mittlerweile gesetzt. Trotzdem wird weiterhin an der B26n festgehalten. Das ist für mich der letzte Beweis: Das Projekt B26n ist ein Straßenbauprojekt ohne Konzept.“

Reinhard Rauch informierte zu einigen der mehr als 20 Termine des Vereins in diesem Jahr und berichtete dabei u.a. vom Treffen mit dem zuständigen bayr. Staatssekretär Zellmeier in Lohr und den Besprechungen im Staatlichen Bauamt.

Katharina Vautrin-Hofmann stellte die B26n-Planungen bei Karlstadt vor, wo die B26n für geraume Zeit enden soll. Dadurch wird in Karlstadt deutlich mehr Transitverkehr in Wohngebieten, wie z.B. der Arnsteiner Str., erwartet. Dieser zusätzliche Transitverkehr würde sich auch zwischen Karlstadt und der A3 seinen Weg durch Ortsdurchfahrten suchen und die Anwohner belasten.

Beisitzerin und Steinfelder Gemeinderätin Dr. Sonja Stahl informierte über eine mögliche Umfahrung von Steinbach und Sendelbach bei Lohr. Stahl erläuterte, die Pläne, die vom staatl. Bauamt Würzburg am 28.06.2018 bei einer Bürgerversammlung in Lohr vorgestellt wurden. Danach könnte eine neue Straße durch das Buchental bei Hausen verlaufen, die den Mehrverkehr durch den ersten Abschnitt der B26n aufnehmen soll. Die Straße würde zu einer dritten Mainbrücke Lohr, beim OBI-Baumarkt, führen und soll als Zwischenlösung (bis zum Bau des 2. Abschnitts der B26n und des Zubringers Lohr) einen Teil des Transitverkehrs in Richtung Marktheidenfeld über die Staatsstr. 2315 zur Autobahn A 3 ableiten.

In der anschließenden Diskussion wurde der enorme Flächenverbrauch für das Projekt kritisiert. Anwesende Marktheidenfelder beanstandeten auch, dass für sie die Staatsstr. 2315 die einzige schnelle Anfahrtsmöglichkeit über Hafenlohr und Neustadt zum geplanten, zentralen Krankenhaus des Landkreises MSP in Lohr sei. Wenn diese Strecke, wie vor kurzem durch einen Unfall, blockiert werde, müssten sie weite Umwege fahren, was lebensbedrohend sein könnte. Solche Situationen könnten durch die stärkere Verkehrsbelastung der Staatsstr. 2315 mit B26n öfter auftreten.
Andere beklagten, dass schon durch den ersten Bauabschnitt der B26n um Arnstein mehr Verkehr in die Region geführt werde, obwohl noch vollkommen offen sei, wie der dann ab Müdesheim abgeleitet wird. Auch wären viele Staats- und Kreisstraßen gerade für die immer größer werdenden LKWs ungeeignet.
Mitglieder der Verkehrswacht Lohr erklärten, dass mit der jetzt vorgestellten Umfahrung von Steinbach bei gleichzeitigem Bau der B26n nicht die notwendige Entlastung für Steinbach und Lohr käme.

Einigkeit herrschte darüber, dass, wenn die B26n erst einmal bis Karlstadt gebaut würde, mehr Transitverkehr in die Region fährt und es kein Konzept für eine Weiterführung gibt. Die Verwirklichung des 2. Bauabschnittes bis Helmstadt und des Zubringers nach Lohr würde dann erzwingbar. Auch drängende Verkehrsprobleme in Main-Spessart, wie eine Verbindung Karlstadt-Marktheidenfeld, wären dann noch lange nicht gelöst. Die Forderung nach einem Verkehrskonzept für den Landkreis Main-Spessart stand in der Mitgliederversammlung immer wieder im Raum.

Der Margetshöchheimer Bürgermeister und stellvertretende Landrat des Landkreises Würzburg, Waldemar Brohm, bestätigte: „Die Staatsstraße 2300 ist bei Margetshöchheim genau wie die B27 auf der anderen Mainseite schon heute während des Berufsverkehrs am Limit. Verkehrstechnisch sind wir ein Raum und Verkehrsströme hören nicht an der Landkreisgrenze auf. Mehr Verkehr durch eine B26n bis Karlstadt ohne Konzept in die Region zu leiten, ist nicht sinnvoll.“
Hans Fiederling, Bürgermeister aus Waldbrunn bekräftigte “Wir im Landkreis Würzburg stehen weiter hinter den Zielen der Bürgerinitiative. Wir bleiben dabei.“
Reinhard Rauch appelierte an die Anwesenden: „Jetzt geht es darum solidarisch zu sein und den Verkehr nicht von einer Ortschaft zur nächsten zu verschieben! Vorrangig in Main-Spessart muss man sich Gedanken über ein umfassendes Verkehrskonzept machen, und solange sollten die Planungen an der B26n ausgesetzt werden!“

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