B 26n-Gegner sehen im Verzicht auf die B 15n eine Chance zur Verhinderung des umstrittenen Verkehrsprojekts

In einer Pressemitteilung der Bayerischen Staatskanzlei vom 19.01.15 heißt es: "Die Bayerische Straßenbauverwaltung zieht die Anmeldung einer Platzhaltertrasse der Bundesstraße B15 neu zwischen Landshut und Rosenheim für den Bundesverkehrswegeplan zurück. Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann berichtete im Kabinett, es gebe keine konsensfähige Lösung für eine echte Neubautrasse, die der Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan zu Grunde gelegt werden kann. "Wir werden jetzt mit den betroffenen Kommunen Gespräche führen, ob und auf welche Weise die bestehenden Ortsdurchfahrten am besten vom Durchgangsverkehr entlastet werden können", sagte Herrmann. Der Minister bekräftigte seine Ankündigung, "das eng mit den Mandatsträgern und den Kommunen der betroffenen Region abzustimmen."

Der erste Vorsitzende des Vereins Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B 26n e.V., Matthias Zorn aus Hettstadt stellt dazu fest: "Wir sehen sehr viele Parallelen zwischen B 15n und der B 26n. Auch bei uns ist der Widerstand nach wie vor sehr groß. Auch bei uns ist die Trasse nicht konsensfähig. Auch bei uns geht es im Wesentlichen "nur" um Ortsumgehungen im Werntal.

Matthias Zorn - 1. Vorsitzender des Vereins Bürger und Kommunen
gegen die Westumgehung Würzburg/B 26n e.V.
Offensichtlich hat jetzt bei der Staatsregierung ein Umdenken stattgefunden. Wir fordern daher erneut die Herausnahme der B 26n aus dem Bundesverkehrswegeplan, um neu nachzudenken. Jetzt besteht die Chance bedarfsgerechte Lösungen zu suchen und zu finden." Bayern habe sowieso zu viele Projekte angemeldet und somit seien Streichungen zu erwarten. Wichtiger seien der Ausbau der A 3 und der A 7. So wie bei der B 15n durch den Innenminister angekündigt, könne auch bei der B 26n verfahren werden. Erst Herausnahme der Anmeldung und dann die Suche nach lokalen und regionalen Konsenslösungen in den betroffenen Bereichen, um wirklich am Bedarf orientierte Projekte an die zuständigen Ebenen zu melden. Dies könnten Ortsumgehungen und möglicherweise auch Verkehrsverlagerungen sein.

Schon im November 2014 hatte der Ressortleiter Verkehr beim Bund für Umwelt-und Naturschutz Deutschland (BUND) aus Berlin, Dr. Werner Reh in Duttenbrunn die Problematik erläutert. Am Beispiel der A 46 in Nordrhein-Westfalen zeigte er auf, wie zukünftig die Lösung von Verkehrsproblemen erfolgen könnte. Dort habe der Landesverkehrsminister zu einem runden Tisch eingeladen, um für das hochumstrittene Projekt A 46 möglichst weitreichende, einvernehmliche Lösungen zu finden. Die Folge war ein Verwerfen der ursprünglichen Planung und die Erstellung einer regionalen Netzlösung, die am tatsächlichen örtlichen Bedarf orientiert ist. Dabei wurde genau analysiert, welche Straßen notwendig sind um für alle Beteiligten zeitnahe und finanzierbare Maßnahmen jenseits einer Autobahn zu finden. Zorn: "Vielleicht ist es jetzt auch bei uns möglich, auf sachlicher Ebene gemeinsam bedarfsgerechte Lösungen zu finden".

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