B 26n: für Karlstadt mehr Verkehr und Naturzerstörung

Die Zahlen des Staatlichen Bauamtes belegen: "B26n für die Anwohner der Arnsteiner Straße und für die Natur am Saupurzel eine Katastrophe".
Bei ihrem August-Treffen hatte sich die Ortsgruppe des Vereins die Verkehrsprognosen, die Dr. Michael Fuchs vom Staatlichen Bauamt in der Stadtratssitzung am 19. Juni vorstellte, analysiert, die ihnen nun auch in schriftlicher Form vorlagen.

Verkehrsprognose 2035 ohne B26n – Leichte Abnahme auf den Bundesstraßen, Mehrverkehr auf den Staatsstraßen:
Erstmals hatte das Staatliche Bauamt in der Stadtratssitzung Verkehrsprognosen für das Jahr 2035 vorgelegt. Gegenüber der Verkehrszählung 2015 wird dabei ohne B26n eine leichte Verkehrsabnahme im Werntal prognostiziert. Zuwachs wird dagegen für die Staatstraßen westlich von Karlstadt erwartet, hier vor allem Richtung Wiesenfeld ca. 400 KFZ pro Tag und durch Mühlbach und Laudenbach 700 bzw. 800 KFZ mehr.

Prognose 1. Bauabschnitt - Bau der B26n bis Müdesheim:
Wie erwartetet, würde schon dieser 1. geplante Abschnitt vom Ende der B26a bei Arnstein bis Müdesheim deutlich mehr Verkehr in die Region führen. 3.300 Kfz davon 1.100 LKW mehr würden dann die B26 zwischen Müdesheim und Thüngen jeden Tag nutzen. In Karlstadt kämen 500 KFZ, davon 200 LKW mehr in der Arnsteiner Straße an. Das würde eine Verdoppelung des täglichen LKW-Aufkommens dort bedeuten.

Prognose 2. Bauabschnitt bis Karlstadt mit Zubringer hinter dem Saupurzel:
Mit dem Weiterbau von Müdesheim bis Karlstadt und dem Zubringer östlich des Saupurzels, der die B26n an die B26 und die B27 anschließen soll, würde dann eine wahre Blechlawine nach Karlstadt rollen. Auf der 2- bis 3-streifigen B26n fahren dann täglich 11.800 KFZ, davon 2.100 LKW an Heßlar vorbei bis zum Zubringer. Dort würden sie sich auf die Eußenheimer und Arnsteiner Straße aufteilen. Über die Karolingerbrücke würden dann 12.600 KFZ, davon 2.000 LKW fahren (ohne B26n 4.600 KFZ, davon 200 LKW). 13.400 PKW, davon 1.900 LKW nahe an Karlburg vorbeifahren. Gravierend wäre die Verkehrszunahme in der Arnsteiner Str., wo dann 5.800 PKW, davon 300 LKW direkt durch das Wohngebiet fahren würde (ohne B26n 3.700 KFZ, davon 200 LKW). Auch Rohrbach wäre bei Verwirklichung der B26n stark betroffen. Der Durchgangsverkehr würde sich hier mehr als vervierfachen, da dann täglich 3.400 KFZ, davon 200 LKW, prognostiziert sind. Aber auch Mühlbach, Stadelhofen und Laudenbach würde eine bis Karlstadt gebaute B26n mehr Verkehr bescheren.

Armin Beck, Stadtrat und stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative fasste die Analyse zusammen: „Was wir schon immer befürchtet haben, wird jetzt bestätigt: Die B26n würde eine enorme Verkehrslawine nach Karlstadt und das Hinterland leiten. Karlstadt wäre das neue Arnstein!“ Mit Unverständnis reagierte die Gruppe auf die Äußerungen einzelner Stadträte, wie Sebastian Kunz und Uwe Mehling, die die B26n bereits als gesetzt ansehen und mit den Behörden nur um kleine Verbesserungen feilschen wollen. Reinhard Rauch, Schriftführer der BI aus Rohrbach betont: “Die Stadt Karlstadt und der Landkreis sollten alles tun, um die B26n zu verhindern. Eine Entlastung des Werntals ist auf anderem Weg besser zu erreichen, auch ohne andere Ortschaften neu oder stärker zu belasten.“

Die Ortsgruppe trifft sich jeweils am ersten Dienstag im Monat um 20 Uhr in der Liesl Karlstadt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

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