Autobahngegner weisen Vorwürfe zurück

Die Vertreter der Bürgerinitiative „Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B 26n e.V.“ wehren sich gegen die jüngst von der Initiative Pro B 26n erhobenen Vorwürfe

Stellvertretender Vorsitzender Günter Krönert (Duttenbrunn) weist insbesondere den Vorwurf, die Autobahngegner würden eine Entlastung des Werntals verhindern, zurück. „Wenn sie den Text unseres Eckpunktepapiers richtig gelesen hätten, dann wäre ihnen die Formulierung „durchgehend von der A 3 zur A 7“ aufgefallen. Das ist für uns entscheidend. Wir stimmen einer Entlastung für das Werntal zu, wollen aber in keinem Fall eine durchgehende Straßenverbindung, mit der zusätzlicher Transitverkehr in die Region geholt wird.“

Da es laut oberster Baubehörde in München keine Platzhalterfunktionen des gemeldeten Projekts B 26n für eine Straße mit anderer Zielsetzung und Linienführung gebe, sei damit auch völlig klar, dass es nur möglich ist bedarfsgerechte Lösungen zu finden, wenn jegliche Planung für eine B 26n aus dem Bundesverkehrswegeplan heraus genommen ist. Auch eine abgespeckte B 26n würde erst in Jahrzehnten durchgängig verkehrswirksam, da mit einem sehr langen Verfahren zu rechnen sei. Es werde unzählige Klagen gegen die Planung geben. Zudem habe auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann mehrfach betont, dass unumstrittene Bauprojekte Vorrang hätten.

v.l.n.r. Beisitzer Erwin Scheiner, Stellv. Vorsitzender Günter Krönert
v.l.n.r. Beisitzer Erwin Scheiner, Stellv. Vorsitzender Günter Krönert
Krönert: „Selbst in der obersten Baubehörde kann man sich nicht vorstellen, dass die B 26n in vordringlichen Bedarf Plus kommt. Dazu ist die Straße zu unbedeutend und Bayern alleine hat über 400 Straßenbauprojekte angemeldet.“ Die Wahrscheinlichkeit einer Rückstufung sei aufgrund der neu anzulegenden Kriterien, wesentlich größer als die einer Aufstufung. Das von der Pro-Seite vorgetragene Zeitargument greife also überhaupt nicht. Tatsächlich laufen die Planungen zur Westumgehung Würzburg seit den 1970er Jahren! Erst wenn man vor Ort zu gemeinsamen Lösungsvorschlägen komme, sei auch eine zeitnahe Umsetzung zu erwarten. „Wir sind kompromissbereit. Wenn die B 26n raus ist, dann können wir über alles reden. Bleibt sie im Bundesverkehrswegeplan enthalten, dann blockiert sie alle Alternativen weiterhin auf Jahrzehnte und genau das hat die Bevölkerung im Werntal nicht verdient.“

Stellvertretender Vorsitzender Armin Beck (Karlstadt) betont, dass die Machbarkeitsstudie von vor 14 Jahren offensichtlich hinfällig sei. Sie ist in wesentlichen Annahmen längst überholt. Das Raumordnungsverfahren habe klar gezeigt, dass es keine relevante Verkehrsentlastung von Würzburg gebe. Auch hätten die jüngsten Verkehrszählungen und Prognosen bewiesen, dass die Verkehrszahlen bis zum Jahr 2030 rückläufig sein werden.

Beck fordert die Befürworter der B 26n auf, endlich zu Kenntnis zu nehmen, dass mit der B 26n und einer möglichen Entlastung von Stetten bis Arnstein, auch eine massive Belastung von Ortsdurchfahrten durch neu geschaffenen Zufahrt- und Abkürzungsverkehren entsteht würde. Dies gelte vor allem für Mühlbach, Laudenbach, Stadelhofen, Himmelstadt, Duttenbrunn sowie die Ortschaften zwischen den Abfahrten der B 26n und der A 3 Richtung Marktheidenfeld. Somit werden deutlich mehr Bewohner in Main-Spessart belasten als entlastet. Hierbei sind die Belastungen der Ortschaften im Landkreis Würzburg noch überhaupt nicht enthalten. Der Preis sei zu hoch, wenn die Entlastungen im Werntal um wenige Tausend Fahrzeuge auf der B 26 mit der unzumutbaren Belastung mit mehreren Zehntausend in vielen anderen Ortschaften erkauft würden.

Der Landkreis Main-Spessart brauche Verbesserungen entlang der Entwicklungsachse B 26 und bei den Staatsstraßen, die überwiegend in einem miserablen Zustand seien. Selbstverständlich trage eine verstärkte Verlagerung des Verkehrs auf Schiene und Bus zur Entlastung bei.

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